Langeweile – woher die Lustlosigkeit kommt und Tipps gegen Langeweile

  • HKB
  • Langeweile – woher die Lustlosigkeit kommt und Tipps gegen Langeweile

Menschen sind erstaunlich Wesen: Wenn sie viel zu tun haben, arbeiten müssen, zur Schule oder Uni gehen sollen, haben Sie oft keinen Bock darauf und beschweren sich, dass Sie keine Zeit haben, um einmal Pause zu machen. Sobald die Ferien, der Urlaub oder die Feiertage beginnen und sie ihre lang ersehnte Freizeit bekommen, ist ihnen hingegen schnell langweilig. Natürlich ist Langeweile in Zeiten von Netflix-Streaming und der ständigen Verfügbarkeit von Smartphones und Internet unwahrscheinlicher geworden. Doch auch die genannten Ablenkungen können beim ein oder anderen zur Langeweile führen.

Definition von und Synonyme für Langeweile

Als Langeweile wird ein unangenehmer seelischer Zustand verstanden, der aufgrund unterschiedlicher Gründe ausgelöst wird. Bezeichnend für die Langeweile ist Abneigung gegen das Tun bzw. gegen jegliche Tätigkeit. Eine Person hat in diesem Fall keine Lust oder keinen Bock, irgendetwas zu machen. Dieser Zustand ist im Endeffekt das Gegenteil der Muße, die wir als angenehm und motivierend empfinden.

Synonyme für Langeweile sind Leere, Eintönigkeit, Lustlosigkeit, Gedankenarmut, Stumpfsinn, Eintönigkeit, Überdruss, Ödnis, Fadesse (österreichisch) und Ennui (französisch).

Langeweile in Philosophie, Literatur und Psychologie

Die Philosophen Albert Camus, Simone de Beauvoir oder Jean-Paul Sartre vertreten die Auffassung, dass Langeweile ein Baustein der menschlichen Existenz darstellt. Auch in der modernen Philosophie und Psychologie wird dieser seelische Zustand inzwischen vermehrt aufgegriffen. Gemäß der Definition des Psychologen John Eastwood ist Langeweile ein unerfüllter Wunsch nach befriedigender Tätigkeit. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger analysierte bereits 1929 die Langeweile und vergleicht sie mit einem schweren Nebel, der alle Dinge in eine gewisse Gleichgültigkeit eintaucht. Heidegger unterschied dabei drei Phasen:

  1. Menschen können von etwas gelangweilt sein:
    Langeweile hat einen erkennbaren Grund, der sie hervorruft.
  2. Sich bei einer Tätigkeit oder in einer Situation langweilen:
    Langeweile entsteht aufgrund äußerer oder innerer Einflüsse, weshalb der eigentliche Grund für diese nicht eindeutig ausgemacht werden kann.
  3. Die anonyme Langeweile:
    Diese Form der Langeweile hat keinerlei offensichtlichen Grund, es ist unklar, woher sie stammt.

Friedrich Nietzsche erklärte, dass Bedürfnisse den Mensch zur Arbeit drängen. Sobald diese gestillt sind, langweilen sie sich in den Pausen. Um dies zu vermeiden, arbeitet der Mensch mehr als es für die Erfüllung seiner Bedürfnisse notwendig ist. Laut Nietzsche kann es auch möglich sein, dass der Mensch arbeitet, um zu arbeiten.

Wie entsteht Langeweile?

Entstehen kann deine Langeweile sowohl durch externe Einflüsse als auch durch deinen eigenen Antrieb. Ein Beispiel für eine von außen ausgelöste Langeweile ist, wenn du einer mangelnde geistigen oder körperlichen Anforderung ausgesetzt bist. Die Langeweile, für die du selber verantwortlich bist, wird auch als existentielle oder chronische Langeweile bezeichnet. Dabei wirst du von einer inneren Leere erfasst und dein Verlangen nach etwas Undefiniertem steigt an. Du bist allerdings unfähig zu erklären, nach was du eigentlich genau verlangst.

Kann Langeweile wichtig sein?

In unserer heutigen stressigen und schnelllebigen Zeit kann es sein, dass viele Menschen gar keine Gelegenheit zur Langeweile haben. Mit Sicherheit tragen auch Smartphones und iPhones dazu bei, dass wir uns immer weniger langweilen. Wir sind ständig von unzähligen Medien abgelenkt, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen und uns mehr Beschäftigung bieten, als wir jemals wahrnehmen können. Unser Gehirn wird mit so vielen Botschaften überflutet, dass wir kaum noch dazu kommen selbständig über etwas nachzudenken.

Es ist kaum zu glauben, aber für dich und jeden Menschen kann Langeweile positiv sein. Einschlägigen Studien zufolge kann Langeweile dazu beitragen, um gute Ideen zu entwickeln. Viele berühmte Künstler haben ihre bekanntesten Werke erst nach einer Phase der Langeweile geschaffen. Du kannst Langeweile deshalb auch als Widerstand gegen das dauernde Abgelenktsein sehen.

Denn mit der Zeit werden selbst schnelllebige und stetig mit neuen Inhalten befüllten Apps und Social-Media-Seiten wie Whatsapp, Facebook, Instagram, Snapchat, Tik Tok und Co. monoton und fad, nicht wahr? Wir nutzen die Dienste, weil wir es gewohnt sind, durch die neuen Nachrichten zu scrollen ohne, dass wir irgendetwas davon wirklich wahrnehmen und verinnerlichen. Der Mensch braucht Phasen, in denen er sich zurückziehen und Körper, Geist und Seele eine Auszeit gewähren kann.

Langeweile auf der Arbeit, in der Schule und im Studium

Langeweile auf der Arbeit, in der Schule oder im Studium kann sich durch Monotonie, fortlaufende intellektuelle Unterforderung oder durch sinnlose Tätigkeit ausdrücken. Sollte das bei dir zutreffen, ist das für deine Psyche auf Dauer nicht sonderlich dienlich.

Aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren neigen viele Menschen dazu, ihre Langeweile zu verbergen. Plötzlich dauern Aufgaben, die du in fünf Minuten erledigen könntest, unwahrscheinlich lange. Wenn du das Nichtstun verbergen willst, kann dies dauerhaften Stress bei dir auslösen. Ganz abgesehen davon, dass du für das Verbergen viel Energie aufwenden musst. Zudem wirst du durch Langeweile am Arbeitsplatz unsicher und dein Selbstvertrauen schwindet.

Auch in der Schule oder im Studium kann es von Zeit zu Zeit langweilig werden. Gründe dafür können Lehrer beziehungsweise Dozenten sein, die Inhalte nicht spannend und locker präsentieren. Eventuell ist das aktuelle Thema im Unterricht oder Seminar auch nicht wirklich interessant und muss von dir nur der Vollständigkeit halber behandelt werden.

Privat und am Arbeitsplatz – Langweile aktiv vertreiben

Finde für dich selbst das Bewusstsein, die Langeweile aktiv zu nutzen. Nimm dir die Zeit und ruf dir deine Stärken und deine positiven Leistungen aus der Vergangenheit in Erinnerung. Wirf die Ich bin und kann nichts-Gedanken ganz einfach über Bord. Mach dir stattdessen lieber Gedanken darüber, auf was du ganz mächtig stolz bist.

Suche dir neue Herausforderungen. Was hast du bisher noch nie gemacht? Was wolltest du schon immer machen? Probiere einfach Dinge aus. Viele Ideen sind leicht umzusetzen. Und auch wenn sie etwas schwierig sein sollten, ist das nichts, was dich abschrecken sollte. Wenn du dich und dein Gehirn forderst, wird diese Aktivität für dich gleich viel interessanter und eben nicht langweilig.

Und falls das nicht reichen sollte, sprich Freunde an, die dich dabei unterstützen. Vielleicht entdeckt ihr, dass ihr beide sowieso ähnliche Dinge ausprobieren wolltet und könnt euch zusammenschließen. Wie du vielleicht erkannt hast, gibt dir auch Langeweile die Chance auf neue spannende Erlebnisse.

Unser bester Tipp für dich gegen Langeweile

Wenn du dir jetzt gerade wieder einmal auf der Arbeit, in der Schule oder in der Universität / Fachhochschule langweilig sein sollte, bist du auf Hab-Kein-Bock.de genau richtig. Denn extra für dich sammeln wir unterschiedliche Beiträge zu Themen wie Serien, Filmen, Musik, Remixen, um die abzulenken. Finde neue Dinge, um deine Zeit mehr oder weniger sinnvoll zu vertreiben. Entdecke politische und gesellschaftliche Themen, um dich darüber zu informieren und deinen Horizont zu erweitern. Kurzum, stöbere auf unserer Seite. Wenn wir gefällt, was wir machen, hinterlasse uns gerne einen Kommentar, ein Like, folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen und vielleicht hast du dann ja schon bald keinen Bock mehr auf Langeweile!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen