Silvester ohne Feuerwerksfeinstaub – Shanghai zeigt wie dies mit LED-Drohnen funktionieren kann

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Ist das Silvesterfeuerwerk umweltschädlich?

Feinstaub und Silvester gehören zusammen wie Greta und Klimawandel – oder etwas in der Art. Alljährlich gibt es im Dezember eine Diskussion wie umweltfreundlich das Silvesterfeuerwerk ist oder eben nicht ist. Die einen wollen es am liebsten ganz verbieten, die anderen sehen sich in ihrem individuellen Recht eingeschränkt, den Jahreswechsel angemessen zu feiern. Zum Ende 2019 wurde diese Debatte erneut und verschärft vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Klimakrise bzw. des allgegenwärtigen Klimawandels geführt. Im Fokus stand dabei die sogenannte Feinstaubbelastung. Doch auch Verbrennungen und Verletzungen durch die falsche oder unvorsichtige Handhabung von Feuerwerkskörpern sowie die Lärmbelastung für Tiere und Menschen wurden diskutiert.

Was ist Feinstaub und warum ist er so gefährlich?

Feinstaub besteht aus winzigen Partikeln, die nicht sofort auf den Boden sinken, sondern eine Zeit lang in der Atmosphäre bleiben. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von Partikeln aus unterschiedlichen natürlichen oder von Menschen verursachten Quellen. Diese können beispielsweise Verbrennungsmotoren von Autos, Abfallverbrennungsanlagen, Heizkraftwerke aber auch Hausstaub, Pollen und im Falle von Feuerwerken Rußpartikel sein. Klassifiziert wird Feinstaub unter anderem nach der Partikelgröße. Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 µm gehören zur Kategorie PM10. Entsprechend gibt es weitere Kategorien PM2.5 (Durchmesser weniger als 2,5 µm) sowie PM1 (Durchmesser weniger als 1,0 µm).

Das Einatmen von Feinstaub wirkt sich nachweisbar negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen aus und kann unter anderem das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher sind sie auch. Kleinere Partikel gelangen über die Atemwege tiefer in den menschlichen Körper ein und können so auch in den Blutkreislauf gelangen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Feinstaubkonzentration, bei der es keinerlei schädliche Wirkung auf den Menschen gibt.

Feinstaubbelastung an Silvester

Doch wie hoch ist die Belastung insbesondere an Silvester? Das Umweltbundesamt hat hierzu einige Zahlen in der Broschüre Zum Jahreswechsel: Wenn die Luft „zum Schneiden“ ist (PDF-Download) veröffentlicht. Wer alle Zahlen und deren Herleitung genauer wissen möchte, findet diese in der genannten Broschüre. Demnach werden pro Jahr gut 4.200 Tonnen Feinstaub der Kategorie PM10 durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, davon ein sehr großer Teil nur in der Silvesternacht. Dies entspricht ca. 2% der gesamten in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge. In den ersten Neujahrsstunden direkt nach Mitternacht werden verursacht durch das Feuerwerk häufig die höchsten Stundenmittelwerte des gesamten Jahres gemessen.

Zum besseren Verständnis: Die Belastung an Silvester entspricht ca. 25% der jährlichen Belastung, die durch Holzfeuerungen verursacht wird. Zudem und im Vergleich zu Höhenfeuerwerken bei Veranstaltungen während des restlichen Jahres, ist die hohe Feinstaubkonzentration im gesamten Bundesgebiet gleichzeitig und über einen mehrstündigen Zeitraum nachzuweisen. Bei anderen Höhenfeuerwerken ist diese Belastung oftmals nur wenige Minuten und konzentriert an einem Ort vorzufinden.

Alternativen zum Silvesterfeuerwerk ohne Feinstaub

Während in Deutschland noch fröhlich diskutiert bzw. gefeuerwerkt wird, sind andere Städte diesbezüglich schon etwas weiter. In Shanghai wurde beispielsweise gänzlich auf ein Feuerwerk verzichtet. Stattdessen wurde dieses mit 2.000 LED-Drohnen nachgestellt. Diese hatten nicht nur den Vorteil, dass die Feinstaubbelastung gering bzw. nicht vorhanden gewesen ist. Zusätzlich war dieses „Feuerwerk“ auch erheblich leiser und zudem noch abwechslungsreicher anzusehen als die klassische Variante.

Ein Video des chinesischen Fernsehsenders CGTN haben wir euch deshalb oben eingebettet (falls ihr es nicht ohnehin schon angesehen habt). Übrigens hat auch Singapur an Silvester Drohnen anstatt Feuerwerk in die Luft geschickt. In diesem Fall waren es zwar nur 500 Stück, aber imposant anzusehen ist es dennoch. Dieses Video haben wir nachfolgend ebenfalls für euch eingebunden.

Die Idee, Drohnen als Ersatz für Feuerwerke und zur Inszenierung zu benutzen, ist hingegen nicht ganz neu. Unter anderem hatte das Computer-Unternehmen Intel im Jahr 2018 in der kalifornischen Stadt Folsom eine ähnliche Drohnenshow mit 1.500 LED-Drohnen veranstaltet und dabei den damaligen Weltrekord von 1.218 gleichzeitig in der Luft gesteuerten Drohnen gebrochen. Dieser ist zumindest theoretisch von Shanghai überboten worden – ob der Versuch offiziell gezählt wurde, steht auf einem anderen Blatt.

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